Die erste grosse Welle an Neugründungen von unabhängigen Vermögensverwaltungen gab es in den Achtzigerjahren. 1988 existierten in der Schweiz rund 500 unabhängige Vermögensverwalter. Sie verwalteten Vermögen von rund CHF 200 Milliarden. Die Konsolidierung des schweizerischen Bankensektors in den Neunzigerjahren hat zu weiteren zahlreichen Gründungen von unabhängigen Vermögensverwaltern geführt. Dabei haben sich viele Bankberater zusammen mit ihren Kunden von ihrer bisherigen Bank getrennt und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Die meisten unabhängigen Vermögensverwalter bestehen auch heute noch aus nur ein bis zwei Vermögensverwaltern bzw. Beratern.
Quelle: Bührer, Ch. (2006). Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz, S. 86.
Auch die Zahl der beschäftigten Personen von unabhängigen Vermögensverwaltern hat sich über den Jahrtausendwechsel stark verändert. Gemäss den eidgenössischen Betriebszählungen hat sich die Anzahl Vollzeitstellen von 659 im Jahr 1995 auf 6'715 im Jahr 2001 innerhalb von 6 Jahren verzehnfacht. Zudem hat die Anzahl unabhängiger Vermögensverwalter auch in den letzten Jahren zugenommen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2006 geht von rund 2'600 Betrieben mit insgesamt rund 9'600 erwerbstätigen Personen aus. Seither hat es weitere Neugründungen von unabhängigen Vermögensverwaltungen gegeben. Die aktuelle Bankenkrise hat vor allem Vermögensverwalter von Grossbanken dazu bewegt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, was sich auch aus der Anzahl VSV-Mitgliedern ableiten lässt. Dass es sich bei Neumitgliedern der letzten Monate um verhältnismässig viele Neugründungen handelt, lässt darauf schliessen, dass die Anzahl unabhängiger Vermögensverwalter weiter ansteigt.
Quelle: Hochschule Luzern. (2007). Auf die Plätze, fertig, los – der Strukturwandel kommt, S. 5.
Die Betrachtung der Gründungsjahre zeigt auf, dass es sich um eine junge Branche handelt. Trotzdem stehen schon bald viele Nachfolgeregelungen an. Dies lässt sich nicht nur aufgrund der Gründungsjahre erkennen sondern auch daraus, wie aktuell die Nachfolgeregelung bei den unabhängigen Vermögensverwaltern ist:
Quelle: Hochschule Luzern. (2007). Auf die Plätze, fertig, los – der Strukturwandel kommt, S. 19.
Aus einer Umfrage der Hochschule Luzern geht zudem hervor, dass bei 9% der obigen Gesellschaften der Haupteigentümer die Altersgrenze von 65 Jahren bereits überschritten hat. 16% aller Haupteigentümer sind älter als 60 Jahre und somit kurz vor dem ordentlichen Rentenalter. Bei weiteren 32% wird dies in fünf bis zehn Jahren der Fall sein. Dadurch wird deutlich, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren bei rund einem Drittel oder bei über 850 unabhängigen Vermögensverwaltungen die Nachfolge geregelt werden muss.


