„Die Wichtigkeit von psychologischen und emotionalen Aspekten wird oft verkannt. Dabei zeigt die Erfahrung, dass die Ursachen für erfolglose Weiterentwicklungs- und Ablösungsprozesse häufig im emotionalen Bereich zu finden sind“ (Clariden Leu AG. (2007). Weiterentwicklung und Ablösung. Ein Leitfaden für unabhängige Vermögensverwalter, S. 25).
Durch die starke Zeitbelastung während der Erwerbstätigkeit mussten Vermögensverwalter ihre sonstigen Freizeitbeschäftigungen über mehrere Jahre vernachlässigen. Wird die freie Zeit, die durch die Übergabe entsteht, rechtzeitig mit anderen Tätigkeiten gefüllt, kann dem Gefühl der Bedeutungslosigkeit proaktiv entgegengewirkt werden. Dies ermöglicht dem abtretenden unabhängigen Vermögensverwalter, den Schritt in den dritten Lebensabschnitt etwas sanfter zu gestalten.
Die Wichtigkeit einer frühzeitigen Nachfolgeplanung zeigt sich auch hier wieder. Will ein unabhängiger Vermögensverwalter weiterhin aktiv im Erwerbsleben tätig sein, kann ihm die Weiterbetreuung eines Restbestandes während einer Übergangsphase den Schritt ins Pensionsleben wesentlich erleichtern. Stellt ihm der Nachfolger für eine bestimmte Zeit einen Arbeitsplatz zur Verfügung, behält er dadurch zumindest emotional einen gewissen Status, der ihm auch das Gefühl gibt, dass er noch gebraucht wird. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es oft gerade solche Faktoren sind, die einem Vermögensverwalter bei seiner Nachfolgeplanung wichtig sind.
Es ist ein ganz natürliches Zeichen, wenn bei der Stabsübergabe eines langjährigen Unternehmers Emotionen ausgelöst werden. Wird der Nachfolgeprozess frühzeitig geplant, hilft dies dem Senior einerseits sich mit diesen Gedanken anzufreunden, andererseits können mögliche Wege gesucht werden, die den Umgang mit diesen Emotionen ermöglichen.
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